Laut + leise & Öffentlich + heimlich.
Selbstzeugnisse von Nonnen
der Reformationszeit im deutschsprachigen Raum – Berlin 07/03
ACHTUNG!!! Hier geht es zum Programm
der Tagung! ![]()
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften,
Veranstalterinnen: Prof. Claudia Ulbrich, Dr. Gabriele Jancke, Susanne B. Knackmuß,
M.A.
Identitäten werden in
sozialen Beziehungen zum Ausdruck gebracht. Was bedeutet dies in Bezug auf
Nonnen? Welche Möglichkeiten hatten sie (in der Konventsgemeinschaft), ein
Selbst zu formulieren?
Diese und andere Fragen sollen auf einer
Arbeitstagung im Rahmen der an der FU veranstalteten „Workshops für
Geschlechterforschung“ untersucht werden. Im Zentrum steht die Zeit der
Reformation. Wir möchten u.a. darüber diskutieren, welche Faktoren die Selbstthematisierung
und Selbstwahrnehmung von Nonnen in der „Identitätskrise“ der Reformation
beeinflußten. Führte das Infragestellen der klösterlichen Lebensweise zu einer
verstärkten Produktion von Selbstzeugnissen? Entstanden sie in anderen Formen,
Medien, in anderen Öffentlichkeiten bzw. für andere Öffentlichkeiten als
bisher? Welche Rolle spielten intendierte und gefürchtete Öffentlichkeiten für
die Gestaltung der Selbstzeugnisse?
Im Workshop sollen
exemplarische Selbstzeugnisse von Nonnen - von altgläubigen und renitenten
Nonnen ebenso wie von solchen, die die Klöster verlassen und sich der
Reformation angeschlossen haben - daraufhin untersucht werden, welches Selbst
jeweils und -mit welchen Mitteln- formuliert wird und inwiefern konkrete
soziale Beziehungen und Machtverhältnisse in- und außerhalb des Konventes dabei
eine Rolle spielten – als Entstehungshintergrund der Quellen, als mögliche
Teile der Selbstdarstellung, als Einschränkung ebenso wie als Erweiterung.
Als Quellen kommen Briefe, Kloster- und
Hauschroniken, Haushaltsrechnungen, Bittschriften, Testamente, Stiftungen,
Schwestern- und Memorienbücher, Flugschriften und Rechtfertigungsschriften in
Betracht. Zudem können Handschriften, spezifische Illustrationen aus
Klosterscriptorien, Porträts, Bilder, Knüpfteppiche, Webarbeiten oder Kunstwerke als Selbstzeugnisse, die z.
T. für Frauenklöster (und Kanonissenstifte) charakteristisch sind, vorgestellt
werden.
Methodische Probleme, die
sich aus der notwendigen Erweiterung der in der Forschung künftig zu
diskutierenden Selbstzeugnisse von Nonnen ergeben, sollen ebenso zur Sprache
kommen wie die Spezifik der Selbstzeugnisse von Nonnen.
Forscherinnen und Forscher
aller Disziplinen, insbesondere auch Doktorandinnen und Doktoranden, die sich
mit den skizzierten Fragen befassen, sind herzlich eingeladen, an diesem
interdisziplinären Workshop teilzunehmen und Vorschläge für eigene Vorträge
einzureichen.
Ein Exposé (maximal 2
Seiten) ist bis zum 2.2.2003 per e-mail an knackmuss@gmx.de
zu senden.
Kontakt:
Prof. Claudia Ulbrich
Friedrich-Meinecke-Institut
der Freien Universität Berlin
Koserstraße 20 14195
Berlin - Dahlem
Tel.: 030/83854380 & Fax: 83856566 ulbrich@zedat.fu-berlin.de,
Dr. Gabriele Jancke jancke@zedat.fu-berlin.de
& Susanne B. Knackmuß, M.A. knackmuss@gmx.de.