Laut + leise & Öffentlich + heimlich.

Selbstzeugnisse von  Nonnen der Reformationszeit im deutschsprachigen Raum – Berlin 07/03

 

ACHTUNG!!! Hier geht es zum Programm der Tagung!

 

Interdisziplinärer Workshop an der Freien Universität Berlin,

Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften,

Friedrich-Meinecke-Institut  am 11.7.-12.7.2003

 

Veranstalterinnen: Prof. Claudia Ulbrich,  Dr. Gabriele Jancke, Susanne B. Knackmuß, M.A.

 

Deadline: 2.2.2003

 

Identitäten werden in sozialen Beziehungen zum Ausdruck gebracht. Was bedeutet dies in Bezug auf Nonnen? Welche Möglichkeiten hatten sie (in der Konventsgemeinschaft), ein Selbst zu formulieren?

Diese und andere Fragen sollen auf einer  Arbeitstagung im Rahmen der an der FU veranstalteten „Workshops für Geschlechterforschung“ untersucht werden. Im Zentrum steht die Zeit der Reformation. Wir möchten u.a. darüber diskutieren, welche Faktoren die Selbstthematisierung und Selbstwahrnehmung von Nonnen in der „Identitätskrise“ der Reformation beeinflußten. Führte das Infragestellen der klösterlichen Lebensweise zu einer verstärkten Produktion von Selbstzeugnissen? Entstanden sie in anderen Formen, Medien, in anderen Öffentlichkeiten bzw. für andere Öffentlichkeiten als bisher? Welche Rolle spielten intendierte und gefürchtete Öffentlichkeiten für die Gestaltung der Selbstzeugnisse?

 

Im Workshop sollen exemplarische Selbstzeugnisse von Nonnen - von altgläubigen und renitenten Nonnen ebenso wie von solchen, die die Klöster verlassen und sich der Reformation angeschlossen haben - daraufhin untersucht werden, welches Selbst jeweils und -mit welchen Mitteln- formuliert wird und inwiefern konkrete soziale Beziehungen und Machtverhältnisse in- und außerhalb des Konventes dabei eine Rolle spielten – als Entstehungshintergrund der Quellen, als mögliche Teile der Selbstdarstellung, als Einschränkung ebenso wie als Erweiterung.

 

Als Quellen kommen Briefe, Kloster- und Hauschroniken, Haushaltsrechnungen, Bittschriften, Testamente, Stiftungen, Schwestern- und Memorienbücher, Flugschriften und Rechtfertigungsschriften in Betracht. Zudem können Handschriften, spezifische Illustrationen aus Klosterscriptorien, Porträts, Bilder, Knüpfteppiche, Webarbeiten  oder Kunstwerke als Selbstzeugnisse, die z. T. für Frauenklöster (und Kanonissenstifte) charakteristisch sind, vorgestellt werden.

 

Methodische Probleme, die sich aus der notwendigen Erweiterung der in der Forschung künftig zu diskutierenden Selbstzeugnisse von Nonnen ergeben, sollen ebenso zur Sprache kommen wie die Spezifik der Selbstzeugnisse von Nonnen.

 

Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen, insbesondere auch Doktorandinnen und Doktoranden, die sich mit den skizzierten Fragen befassen, sind herzlich eingeladen, an diesem interdisziplinären Workshop teilzunehmen und Vorschläge für eigene Vorträge einzureichen.

 

Ein Exposé (maximal 2 Seiten) ist bis zum 2.2.2003 per e-mail an knackmuss@gmx.de zu senden.

 

 

Kontakt:

 

Prof. Claudia Ulbrich

Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin

Koserstraße   20 14195   Berlin - Dahlem

Tel.:  030/83854380 & Fax: 83856566 ulbrich@zedat.fu-berlin.de,  

               

Dr. Gabriele Jancke   jancke@zedat.fu-berlin.de & Susanne B. Knackmuß, M.A. knackmuss@gmx.de.

 

 

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